Geschichte

Gemeinde Bad Arolsen

um 1840 Im Waldecker Land treffen sich monatlich einige Gläubige heimlich, um miteinander die Bibel und andere Schriften zu lesen und zu beten. Solche Versammlungen neben den Kirchen waren damals nicht erlaubt. Die freie Religionsausübung gibt es in Deutschland erst seit 1848.
1847 Gründung der Baptistengemeinde in Kassel.
um 1881 Ein schon älterer Bruder namens Dietrich durchzieht das Waldecker Land und predigt besonders in Gastwirtschaften.
1886-1893 Entstehung von Versammlungen in Bergheim, Böhne, Freienhagen, Berndorf und Arolsen. Dies waren oftmals Vorläufer von späteren Gemeinden.
1895 Beginn einer kleinen baptistischen Filialarbeit der Gemeinde Kassel in Mengeringhausen (heute Stadtteil von Bad Arolsen).
um 1900 Versammlungen entstehen in Twiste, Dehringhausen und Niederwaroldern.
1902 Erste Taufen im Jeppenteich (zwischen Freienhagen und Wolfhagen).
1903 Pfingsten werden 30 Gläubige im Jeppenteich getauft. Von Gegnern werden die Dachziegel des Hauses der Geschwister Engelhardt völlig zerschlagen und die Haustür mit Kot verschmiert.

Die Tatsache, dass es seit 1848 die freie Religionsausübung gab, hatte sich anscheinend in den ländlichen Regionen noch nicht herumgesprochen.
1903 Erlaß des Fürstlich Waldeckischen Consistoriums: Friedrich Böttger hat sich durch private Versammlungen und Abendmahlsfeiern selbst aus der Kirche ausgeschlossen. Mehrere Geschwister treten aus der Kirche aus.

In Niederwaroldern werden eines Sonntags bei der Versammlung die Fensterscheiben eingeworfen. Es gehörte damals viel Mut und eine große innere Überzeugung dazu, sich zu den gläubig Getauften zu halten.
1908 31 Gläubige im Gebiet Waldeck formieren sich zur Stationsgemeinde von Kassel (Niederwaroldern-Twiste).
1911 Von der Gemeinde Kassel aus beginnen die Baptisten die Arbeit in Bad Wildungen.
21.04.1919 Die Baptistengemeinde Niederwaroldern-Twiste wird selbständige Bundesgemeinde mit 93 Mitgliedern.
1924 Die Gemeinde wird umbenannt in Baptistengemeinde Corbach-Waldeck.
1924-1926 Prediger Otto Krause
1926 Einweihung des neuen Gemeindehauses in der Korbacher Heerstraße.
1926-1937 Prediger Hermann Willems
1937-1945 Prediger Alfred Hattenhauer
nach 1945 Flüchtlinge aus dem Osten lassen sich in Arolsen und Helsen nieder. Die Station Mengeringhausen-Arolsen entsteht. Die aufblühende Station hat einen Gottesdienstbesuch von 50 Personen, einen Chor und eine Sonntagsschule. Leider verringert sich die Mitgliederzahl nach der Währungsreform durch Wegzug.
1945-1954 Prediger Waldemar Laser
1947 Neuer Gemeindename: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Korbach-Bad Wildungen.
1949/50 Die Gesamtgemeinde Korbach-Bad Wildungen zählt 415 Mitglieder, von denen über 50% Flüchtlinge und Evakuierte sind. Zu dieser Zeit gibt es in der Gesamtgemeinde mehrere Chöre. Für die 6 Sonntagsschulen wird ein (ehrenamtlicher) Sonntagsschulwart bestellt.
1950 Bad Wildungen wird selbständige Gemeinde mit 142 Mitgliedern.
1952 Einweihung des neuen Gemeindesaals in Korbach am Eidinghäuser Weg. Es werden Gottesdienste abgehalten in Korbach, Berndorf, Twiste, Mengeringhausen, Arolsen, Freienhagen, Dehringhausen, Waldeck und Landau.
1954 In Arolsen wird im Hinterhof der Gaststätte "Kupferkanne" eine Werkstatt zu einem Gottesdienstraum umgestaltet.
1955-1966 Prediger Emil Przygodda
1967 Umzug der Station Arolsen in das umgebaute frühere Foto-Atelier Huffert in der Paulinenstraße.
1967-1975 Prediger Friedrich Malessa
1973 Einweihung des neuen Gemeindezentrums in Waldeck.
1975 Teestube "Oase" als übergemeindliche Jugendarbeit in Arolsen mit einem regelmäßigen Besuch von ca. 35 Personen.
1976-1985 Pastor Dieter Vogt
1978 Evangelisation "Evangelia" mit Richard Kriese in der Korbacher Stadthalle. Durch diese Veranstaltung kamen viele Menschen zur Gemeinde hinzu.
1981-1986 Pastor Jürgen Lederich in Arolsen
1982-1991 Teemobil/Teezelt-Einsätze auf dem Arolser Viehmarkt.
1982 Einweihung der CHRISTUSKICHE in Arolsen.
1985-1993 Pastor Ullrich Gessner
1986-1990 Neue Teestube der Gemeinde Arolsen in Mengeringhausen.
1994-2010 Pastor Peter Schlenker
1995 Einweihung des neuen Gemeindezentrums in Korbach.
2011 Teilgemeinde Bad Arolsen wird eigenständige Zweiggemeinde.
2011-2012 Pastor Dr. Detlef Kapteina (zusammen mit Korbach und Waldeck)
seit 2013 Pastor Ralf Frieske
2013 Zweiggemeinde Bad Arolsen wird selbständige Bundesgemeinde.

Baptismus

1609 Eine Gruppe von 40 englischen Flüchtlingen, die aus Glaubensgründen ihre Heimat verlassen hatten, vollziehen in Amsterdam die Taufe von Gläubigen. Die getauften kehren wenige Jahre später wieder nach England zurück und fangen dort an, ihre Überzeugung bekannt zu machen und Gemeinden zu gründen.
1611 Gründung der ersten Baptistengemeinde in London.
23.04.1834 Gründung der ersten deutschen Baptistengemeinde in Hamburg durch den Kaufmann Johann Gerhard Oncken (1800 - 1884). Dieser hatte in Großbritannien gläubige Christen kennengelernt und war in London zum Glauben gekommen.

Am Tag zuvor waren sieben Täuflinge, darunter auch Oncken, in der Elbe von dem amerikanischen Theologieprofessor Barnas Sears getauft worden.
16.10.1838 Gründung der ersten süddeutschen Baptistengemeinde in Stuttgart.
1849 Die bis dahin entstandenen Gemeinden schliessen sich zum "Bund der Baptistengemeinden in Deutschland" zusammen. Bei Onckens Tod im Jahre 1884 bestand der Bund bereits aus 165 Gemeinden mit über 30.000 Mitgliedern in mehr als einem Dutzend europäischer Länder.
1880 In Hamburg entsteht ein Theologisches Seminar, in dem in einem fünfjährigen Studium die Pastoren des Baptistenbundes ausgebildet werden.
1930 Rechtliche Gleichstellung der Baptisten mit den anderen Konfessionen. Davor hatten die Gemeinden vielfach unter Diskriminierungen und Behinderung ihres Gemeindelebens zu leiden.
1942 Der "Bund der Baptistengemeinden" und der "Bund freikirchlicher Gemeinden", zu dem auch die Brüdergemeinden gehören, schließen sich unter dem Druck der Verhältnisse der antichristlichen Religionspolitik des NS-Regimes zum "Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden" zusammen, der bis heute Bestand hat.
nach 1945 Durch die großzügige Unterstützung von Baptisten aus aller Welt, besonders aus Nordamerika und Skandinavien, erleben die Gemeinden in Westdeutschland einen guten Neuanfang.

In Ostdeutschland haben es die Gemeinden erneut mit einer Diktatur, nun der kommunistischen, zu tun und müssen wieder vielfach mit Behinderungen und Einschränkungen leben.
1954 Verschiedene europäische Baptistenbünde gründen die "Europäische Baptistische Mission" (EBM), um die gemeinsamen Missionsaktivitäten zu bündeln und zu koordinieren. Die Arbeitsfelder dieses Missionswerks liegen in Afrika und Südamerika.
1969 Durch die Gründung der DDR kommt es zur Teilung des "Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden" in einen Ost- und einen Westbereich, die als eigenständige Bünde nebeneinander existieren. Es gibt jedoch weiterhin gute Kontakte untereinander.
1991 Nach der Wiedervereinigung Deutschlands schließen sich auch die beiden deutschen Baptistenbünde nach 22-jähriger Trennung wieder zu einem gesamtdeutschen Bund zusammen.
1997 Das Theologische Seminar zieht von Hamburg in das auf dem Gelände einer ehemaligen russischen Kaserne neu erbaute Bildungszentrum Elstal bei Berlin. Hier werden nun Aus- und Weiterbildungsaktivitäten des Bundes zusammengeführt.

Neben dem Theologischen Seminar beherbergt das Bildungszentrum das Jugendseminar, die Bibelschule, das Seminar für Gemeindearbeit, das Institut für Seelsorge und Psychologie, das Gemeindejugendwerk (GJW) und das Missionswerk EBM/MASA.